WER WENN NICHT WIR

Das Theaterstück  "WER WENN NICHT WIR"  schildert Glücksuche und Erfolgsstreben unserer Gesellschaft am Beispiel eines jungen, aufstrebenden Liebespaares ("Amor" und "Psyche"), das sich seiner Karriere derart verschrieben hat, dass es dabei schon bald "über Leichen geht" und sich  mehr und mehr von sich selbst entfernt.

Erst die Begegnung mit dem afghanischen Flüchtling Hamid lässt die beiden die Sinnhaftigkeit ihres bisherigen Verhaltens reflektieren.

Colin Hausberg (Absolvent der Falckenbergschule und momentan am Stadttheater Karlsruhe) und Johanna Kohlmünzer (freiberufliche Schauspielerin) mimen dieses junge Paar, das all seine Konflikte quasi "auf der Bühne offen auslebt",  mit unvergleichlichem Charme.

Massi Rassekh, der bereits in zahlreichen Filmproduktionen mitgewirkt hat, verkörpert seinerseits den jungen geflüchteten Afghanen mit einer Authentizität, die die Dramatik einer durch Flucht und Vertreibung geprägten Biographie, bei der sowohl Glücksuche als auch Erfolgsstreben in einem ganz anderen Licht erscheinen, für den Zuschauer erlebbar macht.

 

Das Stück spielt raffiniert mit den vielfältigen Facetten des Themas Flucht. Wer flüchtet wohin und aus welchem Grund eigentlich? Dabei beschränkt sich das Werk keineswegs auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion, die es natürlich berührt, sondern weitet den Blick auf die großen gesellschaftspolitschen Fragen unserer Zeit

Flucht an sich, so zeigt das Stück, kann auch ein Weglaufen vor dem eigenen Ich bedeuten. So bietet der Text gerade Jugendlichen der 9. bis11. Jahrgangsstufe viel Stoff zu nachbereitender Diskussion, indem er verschiedene Lebenswege aufzeigt, die unterschiedlich bewertet werden können.

 

Aus der SZ vom 17.11.2016:               Neuhausen - Flucht ist eine Art Selbstschutz, ein Reflex auf drohendes Unheil. Daraus folgt der Gang in eine hoffnungsvollere, gefahrlose Zukunft. Die Autorin und Regisseurin Astrid Hofmann hat sich dem Thema Flucht auf theatrale Weise genähert, hat das Phänomen in seinen unterschiedlichsten Dimensionen beleuchtet: von kleinen Alltagsfluchten, über die Flucht vor Verantwortung bis zu den Migrationsbewegungen unserer Zeit. "WER WENN NICHT WIR" heißt das Stück, das von diesem Donnerstag, 17., bis Sonntag, 20. November, jeweils von 20.30 Uhr an in den Pathos Ateliers, Dachauer Straße 112, aufgeführt wird. Im Zentrum der Bühnenerzählung steht das zeitlose Liebespaar Amor und Psyche, das sich auf einem mühsamen Weg Richtung Glück und Erfolg bewegt. Eine von Zweifeln und Rückschlägen durchzogene Lebensreise ist das. "Und was ist, wenn das Glück mit dem Erfolg gar nichts zu tun hat?", fragt Psyche. Und sie fragt danach, wann eigentlich die Zukunft beginnt. Erst ein afghanischer Flüchtling durchbricht die unermüdliche Sinnsuche des Paares und konfrontiert es mit verdrängten Wahrheiten und Realitäten.

 

Probenfotos zu WER WENN NICHT WIR